Auch heuer hat nextdoc wieder die MedKarriere in Wien und Graz organisiert, bei der Jungärzte einen Einblick in ihre Berufsmöglichkeiten erhielten.

Wohin verschlägt es Mediziner nach ihrem Studium, welche Fachrichtungen stehen überhaupt zur Auswahl und wie sehen sie konkret aus? Der Arbeitsmarkt für Mediziner ist vielseitig. Ärzte in Ausbildung, die sich einen Überblick über die zahlreichen Möglichkeiten verschaffen wollen, konnten dies auf den von nextdoc organisierten MedKarriere Messen machen, die heuer am 6. und 7. November in Wien und Graz bereits zum fünften Mal stattfanden.

Zukunft Hausarzt?

Heuer zum ersten Mal mit dabei war die Österreichische Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM). “Viele Studierende fassen die Allgemeinmedizin als attraktive, flexible und vielfältige medizinische Karriere leider nicht ins Auge”, sagt die Allgemeinmedizinerin Maria Wendler, die den ÖGAM-Stand vor Ort betreut hat. Interessierte erkundigten sich etwa darüber, welche mögliche Formen der Zusammenarbeit unter Ärzten es gibt, wie beispielsweise Gruppenpraxen. Außerdem drückten viele allgemeinmedizinisch interessierte Medizinstudenten auf der Messe ihr Bedauern darüber aus, dass während des Studiums der Kontakt zur Allgemeinmedizin nach wie vor relativ gering ausfällt. “Die Sorge um die Qualität der Ausbildung nach dem Studium ist außerdem leider sehr groß und führt daher auch zu Hemmungen, die Allgemeinmedizin als Fach zu wählen”, sagt Wendler.

Pathologie für zielgerichtete Therapien

Zum ersten Mal auf der MedKarriere vertreten war auch die Österreichische Gesellschaft für Pathologie (ÖGPath). “Unser vorrangiges Ziel war es aufzuzeigen, dass das klassische Bild des obduzierenden Pathologen veraltet und falsch ist”, sagt der Pathologe Nicolas Binder. Die Pathologie sei mehr als das und als modernes diagnostisches Fach aus der Therapieplanung lebender Patienten nicht mehr wegzudenken, denn die klassische Histologie, die Immunhistologie und die Molekularpathologie stellen die Weichen für zielgerichtete Therapien. Die Pathologie böte daher hervorragende Karrierechancen. Die ÖGPath zieht ein positives Resümee aus der Veranstaltung, denn der Andrang sei überraschend groß gewesen. “Ich denke, wir konnten bei einigen die tradierte Meinung über unser Fach korrigieren”, sagt Binder.

Bewerbungstipps und Versicherungsfragen

Neben den Gesellschaften waren ebenso Ärztevermittler, Krankenhäuser und Karriereportale vertreten. Ergänzt wurde das Programm mit zahlreichen Vorträgen, in denen es beispielsweise auch um rechtliche Aspekte und versicherungstechnische Absicherungsmöglichkeiten ging. Was Ärzte bei Bewerbungen beachten müssen, wurde dort ebenso diskutiert wie konkrete Jobmöglichkeiten: Wie ergeht es einem Hausarzt, wie sieht die Zukunft für einen Facharzt in der Inneren Medizin aus? Was passiert eigentlich im pathologischen Labor? Wie läuft ein Nachtdienst ab? Insgesamt zählten die MedKarriere Messen heuer mit der Veranstaltung in Innsbruck 900 Teilnehmer. Auch für 2018 ist wieder eine Veranstaltung geplant, um Ärzten in Ausbildung eine Plattform für den Austausch zu bieten. (sni, 23.11.2017)